Wer schon einmal im Zoo durch das Gebäude mit dem Regenwald gegangen und die diversen Terrarien, Lebensräume und Tiere bestaunt hat, bei dem wird mit Sicherheit ein tiefer Eindruck der verschiedenartigen Fauna entstanden sein. Doch es besteht mittlerweile auch die Möglichkeit, diesen Lebensraum heute zutage bei sich Zuhause einzurichten mittels eines Paludariums. Ein Paludarium besitzt einen Wasser- und einen Landteil auf dem Pflanzen wie in der Natur auch außerhalb des Wassers an Land wachsen. Hierbei können natürlich unterschiedliche Klimabereiche und Lebenszonen, entsprechend der zu haltenden Lebewesen eingerichtet werden. Pfeilgiftfrösche (Dentrobaten) benötigen einen anderen Aufbau wie Landkrabben, Pacman Frösche, Insekten (Spinnen, Mantiden, Tausendfüßler usw.) und Reptilien (Geckos, Schlangen, Wasserschildkröten usw.). Hier gilt es natürlich für die entsprechende Tierart den entsprechenden Lebensraum zu planen und zu gestalten.
Ich habe mich für ein Regenwald-Paludarium entschieden, da ich eigentlich eine gewisse kleine Krabbenart halten wollte (Phricothelphusa limula) und ich es praktisch fand, auch um eine Bodenheizung zu vermeiden, den unteren Bereich komplett mit beheizbaren Wasser für Fische mit zu nutzen, zumal diese Krabbenart auch im Wasser aktiv lebt, wie aber auch an Land in der Uferzone und auch gerne mal an der Rinde von Bäumen hinaufklettert.
Sie werden den kompletten Bauvorgang mit vielen Praxistipps in diesem Artikel nachlesen können. Wie immer, so sind alle meine Artikel aus eigenem Praxiswissen im Umgang mit der Natur, Tieren und der Beobachtung von Abläufen entstanden. Dies bedeutet jedoch auch, dass ich nur Erfahrungen teile, die ich selbst gemacht oder durch Austausch von Informationen mit Spezialisten (u.A. Züchtern und „alten Hasen“ in diversen Fachbereichen) erlangt und selbst getestet habe. Und es bedeutet ebenfalls, dass es nicht auch andere Ideen und Lösungen gibt, die mir derzeit noch nicht bekannt sind. Versichern kann ich Ihnen jedenfalls, dass mein selbst umgebautes Paludarium funktioniert – auch nach über 1 Jahr Dauerbetrieb. Viele „Fachleute“ im Internet zeigen gerne, wie sie etwas einrichten – was natürlich immer sehr gut aussieht – nicht wie es bereits nach 6 Monaten im Eimer ist. Dies ist ein wirklich sehr ernst gemeinter Hinweis, wenn Sie nach Informationen, insbesondere auf youtube, suchen. Als bestes Negativbeispiel bieten sich die vielen Videos zur Zucht von Wasserflöhen an. Niemand zeigt Ihnen, dass der Ansatz nach spätestens 4 Wochen bereits eingegangen ist, Sie sehen nur, wie man es einrichtet und aufbaut.
Am Anfang dieses Artikels möchte ich zusätzlich darauf aufmerksam machen, dass ein Paludarium nicht für Anfänger geeignet ist, egal was man Ihnen erzählt und wenn es wirklich gesund funktionieren soll (insb. beim feuchtem Regenwald ohne Schimmel), etliches an Aufwand und Kosten mit sich bringt, die je nach Größe, schnell tausende Euros überschreiten werden. Wenn man die Kosten für ein vollausgestattetes Aquarium mit einem Regenwald-Paludarium vergleicht, so ist das Paludarium im etwa mindestens doppelt so teuer in der Anschaffung, denn es handelt sich um ein wirklich sehr komplexes Biotop. Im Gegensatz zum Aquarium sind nicht nur die Wasserparameter (hier sollte man bereits über entsprechendes Fachwissen verfügen), sondern auch der Landteil zu beachten, der im Vergleich zum Wasseranteil den größten Anteil hat.
Hinzu kommt, dass es leider keine fertigen Paludarien gibt, die genauso für die gewünschte Tierart und Lebenszone vom Hersteller gebaut und voll eingerichtet verkauft werden. Die kaufbaren Paludarien sind entweder leer oder teilweise mit Dekomaterialien verklebt (was je nach Tierart sinnig oder unsinnig sein kann) und jedes notwendige Zusatzteil muss einzeln separat zugekauft werden. Es benötigt aber auch noch gute Bastelerfahrung, um den Lebensraum selbst zu bauen (mit Zuschnitt und Aquariumsilikon, auch wie man Kabel sicher einbindet und vorausschauend wartungstechnisch baut). Deswegen müssen die Filterarten, Nebelsysteme, Heizungsplanung, Luftzug und Beleuchtung (etliche Tiere benötigen Wärme- und UV-Lampen) von Anfang an richtig mit eingeplant werden. Wie in einem Aquarium mal schnell den großen Stein, die Pflanze, den Heizstab oder Filter verschieben/umsetzen ist hier eben nicht möglich. Denn der Platz ist begrenzt und es muss auch alles zugänglich und notfalls austauschbar und zu reinigen sein, davon abgesehen, dass ein anknabbern oder abzwicken (z.B. größere Krabben) von Kabeln auch keine gute Sache ist.
Nur ein kleines Beispiel: Ein Außenfilter wird kaum über 2m hochpumpen, da braucht es dann Löcher im Glas, was viele Terrarien (aber auch angebotene Paludarien) nicht besitzen. Grundsätzlich gilt beim Paludarium jedoch immer: Bitte das größte Paludarium/Terrarium für einen Regenwald kaufen, was für Sie vom Platz her möglich ist, sparen Sie nicht am falschen Fleck! Das Paludarium selbst ist der geringste Kostenteil der zu bewältigen ist und je größer der Lebensraum, desto unbeschwerter wird die spätere Balance der Klimazonen und es wird Sie umso mehr begeistern. Deswegen möchte ich nochmals wiederholen, dass ein Paludarium nicht für Anfänger geeignet ist. Aber wer sich an so ein Projekt wagt und entsprechend viel Zeit und Geduld aufbringt (es dauert über 1 Jahr, bis die Pflanzen gut angewachsen sind, insb. Moose an Land), der wird mit einem wahren Stück Regenwald belohnt und es ist eine absolute Augenweide.

Doch nun fangen wir mit der Geschichte meines Regenwaldpaludariums an.
Teil 1: Vorgeschichte, das Aqua-Tarrium

Ich hatte mir von Lucky Reptile das damals größte Aqua-Tarrium gekauft (ich wollte unbedingt einen weißen Rahmen, wird nicht mehr hergestellt), mit den Maßen 73,5x55x75 cm, was bereits über ein Epoxidharzlandteil und Pumpe für den Wasserfall, Neblereinsatz und kleinen vorgefertigten Halterungen für Pflanzentöpfen verfügte, sowie ein großes Hamburger Mattenfilter-System, alles fest eingeklebt. Klang verlockend, denn mit eigenen Landteilen gestalten, das war damals für mich als Aquaristiker absolutes Neuland – insofern wollte ich Fehler Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in der Aquariengestaltung von Anfang an vermeiden. Was ich damals allerdings noch nicht wusste, war das Problem, dass dieses Dekoteil sich schneller auflöste, als ich dachte. Nach gerade mal 2 Jahren Betrieb waren bereit sehr viele Risse vorhanden durch das es tropfte (im Paludarium) und der Zugang zum Wartungsteil war eine Katastrophe, bei dem ich mir immer meinen Arm aufkratzte, da die Größe des Schachtdurchmessers wohl für Kinderarme gedacht war. Allerdings hat mir das fertige System extrem dabei geholfen, jede Art von Erfahrung mit Land- und Wasserkreisläufen über 2 Jahre im Livebetrieb zu sammeln. Ein Wissen, was mir letztendlich enorm dabei geholfen hat, dass das spätere Paludarium erfolgreich von Anfang an funktionierte. Auch lernte ich, welche Pflanzenarten ungeeignet sind (es wird heute zutage so viel behauptet…) und welche Moosarten sogar an Land wachsen, obwohl das in keiner Beschreibung steht.
Wenn ich allgemein in diesem Artikel über Epoxidharz schreibe, so ist natürlich ausschließlich die Verbindung/Komponente gemeint, die für Aquarien/Tiere entwickelt wurde und ungiftig ist, genauso wie beim Silikon, hier ist natürlich ebenfalls ausschließlich der richtige Aquariensilikon gemeint, welcher im Gegensatz zum günstigeren Silikon aus dem Baumarkt ungiftig für Tiere ist. Bitte beachten Sie zu Ihrem eigenen Schutz die Sicherheitshinweise, auch beim Silikon. Nur bei ausreichender Belüftung verarbeiten! Falls Sie so etwas noch nie gemacht haben sollten, entfernen Sie unbedingt vor dem Beginn der Arbeiten die Decke vom Paludarium (sollte sich abnehmen lassen). Stellen Sie bitte außerdem einen kleinen Ventilator in Ihrer Nähe auf (Standventilator oder kleinen USB-Ventilator im Paludarium auf dem Boden platzieren) und lassen ihn auf niedriger Stufe in das/im Paludarium blasen, denn die aufsteigenden Dämpfe vom Silikon (riecht nach Essig), sind schädlich und da sie in einem kleinen Glaskasten arbeiten, sehr konzentriert. Von daher empfiehlt es sich ebenfalls, für diese Arbeit eine Atemmaske nutzen.

Da ich keine Tiere an Land hielt, war das Epoxidlandteil kein Problem und die Fische im Wasser waren Beta Imbellis und einige Nanosalmler, denen das braune Wasser (Schwarzwasser) so gut gefiel, dass sie sich beständig fortpflanzten. Es gab auch keinen Stress unter dem ganzen Nachwuchs untereinander, außer es kam mal wer zu Nahe an ein befruchtetes Schaumnest, was aber aufgrund der großen Wasserfläche und wie bei mir üblich den Mengen an Pflanzen und Versteckmöglichkeiten, kein Problem darstellte. Man darf hierbei nicht übersehen, dass zwar der Wasserteil nur ca. 25cm hoch, aber die Grundfläche dafür entsprechend groß ist.

Anfangs hatte ich nur eine LED über der Gaze mit Tag/Nachtablauf und zwei Lucky Reptile Strahlern, aber das Licht – wegen der Höhe und der Gaze – reichte nicht, um die Pflanzen an Land alle mit dem notwendigen Licht zu versorgen. Also mussten noch 2 zusätzliche LED-Leisten her, sodass wir über Stromkosten besser nicht mehr reden. Dafür sah es aber dann auch entsprechend gut aus, bevor sich die Risse und Löcher bildeten.

Beim Seitenbild sieht man sehr gut, wie groß das Aqua-Tarrium wirklich ist – mit Bildern der Frontansicht unterschätzt man dies erheblich. Unten in der Mitte schwimmt ein Beta Imbellis-Weibchen, auch Froschbissblätter sind relativ groß; es hilft dabei die wahre Größe des Aqua-Tarriums besser einzuschätzen und zu verstehen, wenn ich zuvor schrieb, dass es keinen Stress gab mit Nachwuchs, jeder hatte sein Plätzchen. Auch sieht man hier sehr gut, was ich mit Schwarzwasser meinte. Ja, auf seine Weise war es auch wunderschön, aber der Landteil war halt tot (Epoxidharz) und das Handling mit dem Filter bzw. die Wartung jede Woche eine Katastrophe. Bei kleinen Becken (unter 100 Liter) nehme ich grundsätzlich immer einen Teilwasserwechsel pro Woche vor, insb. hier war dies unumgänglich, damit das Wasser nicht noch brauner wurde. Die Wasserwerte waren aber traumhaft, gerade wegen dem Humus, den Schwimmpflanzen, Efeutute und den ganzen anderen Pflanzen. Hier brauchte nichts hinzugegeben zu werden, weder Dünger noch Co2 alles wuchs, wucherte und vermehrte sich.

Aufgrund der Bildung von Algen durch die Versumpfung mit Erde von den Pflanztöpfen (ohne würde nichts überleben, da Epoxidharz totes Material ist) und entsprechender Algenschleimbildung, die ich zwar beständig entfernte aber nach einer Woche bereits wieder da war und langfristig ein weiterer zusätzlicher Filter mit UVC-Klärer zum großen Mattenfilter letztendlich nichts mehr ausrichten konnte, fasste ich schweren Herzens den Entschluss, das Aqua-Tarrium abzuschalten, da das Landteil verbraucht war. Natürlich wurde zuvor ein neues Becken für die im Aqua-Tarrium lebenden Tiere eingerichtet und eingefahren. Und so zogen sie nach 2 Monaten Einlaufphase um und das Becken wurde abgeschaltet und gereinigt. Die Pflanzen zogen in ein 30x20cm Aquarium um (mit Erde), welche auf dem Fensterbrett standen, denn so behielt ich die lebende Fauna. Es stand dann erst mal 10 Monate unbenutzt und sauber in einer Ecke (der Boden war sauber, das Landteil war natürlich verschlissen und der Schleim eingetrocknet). Doch dann wurde ich mir im Flur einer Nische bewusst, in der bisher immer nur ein Tisch mit Telefon stand. Praktischerweise war die nur etwas breiter als das Aqua-Tarrium und schon durfte der alte Tisch gehen… einen noch perfekteren Platz gab es kaum, denn dies bedeutete auch, dass nicht so viel Wärme verlorengehen würde.
Teil 2: Das selbstgebaute Regenwald-Paludarium
Nun war da der Salat: Ein fest eingeklebtes riesiges Epoxidharzteil als Landmasse. Wie meistens üblich, so als Kleinhandwerker, versucht man das mit einem Teppichmesser irgendwie zu lösen, aber das war einfach unmöglich, da das Messer beständig irgendwo hängenblieb. Chemie kam absolut nicht in Frage, denn ich wollte ja nur das Landteil lösen und nicht die Seiten- und Bodenscheibe und für die kommende Flora ist Chemie sowieso ein absolutes no-go. Ich musste also nach Informationen suchen, was es noch so für Möglichkeiten gibt, wie Profis Silikon lösen würden. Und siehe da, bei den Autowerkstätten wurde ich fündig. Diese benötigen einen Schneidedraht, um die Autoscheiben zu lösen, wenn diese ausgetauscht werden.

Der Schneidedraht ist so genial, dass ich innerhalb von nur 2 Minuten den ganzen Landteil abgelöst hatte… wofür ich ohne Erfolg zuvor mit dem Teppichmesser stundenlang herumknurzte. Ja, man lernt immer wieder dazu. Und mit diesem Werkzeug bekommen Sie auch andere mit Silikon an der Glasscheibe verklebte Dekoartikel und Juwelfilter innerhalb kurzer Zeit ab.
Nachdem das Landteil endlich entfernt war, wurde noch alles gründlich gesäubert, auch alle Seitenscheiben (und die bestehenden Silikonnähte geprüft, gerade weil ich ja etwas herausgeschnitten hatte zur Sicherheit). Außerdem habe ich Dämmmaterial entsprechend zugeschnitten und an die Scheiben links/rechts und hinten von außen verklebt. Dadurch war eine komplette Wärmedämmung um das Paludarium gegeben. Das machte auch nichts aus, da ich für den Innenraum an Land Xaximplatten geplant hatte und man so das an der Außenscheibe klebende Dämmmaterial eh nicht sehen würde. Denn im alten Aqua-Tarrium waren diese Xaximplatten einwandfrei und die Efeutute liebte sie. Von der Seite kann man eh nicht mehr hereinschauen, da das neue Paludarium (ehemals Aqua-Tarrium) nur noch von Vorne einsehbar sein würde, wegen dem Nischenplatz.

Das saubere Paludarium wurde nun mit den ersten XPS- und Juwel Rückwandteilen verklebt und das Aquariumsilikon musste wegen weiterer geplanter Aufbauten erst einmal aushärten. Da ich bereits aufgrund meiner Erfahrung mit meinen Aquarien wusste, welchen Innenfilter ich benutzen, welchen Heizstab und wie ich das mit der UVC verbinde, sowie das Nebelsystem einbinden werde, begann es mit einer U-Form. Links sollte der breite seichte Ausgang aus dem Wasser sein, denn wie zuvor geschrieben, wollte ich ja spezielle Krabben halten. Die Aussparungen an der Rückseite und rechts sind wichtig, denn rechts kommt später eine Unterwasser-LED hin (ich wusste, dass die nur mit Saugnapf halten Dank meines Amazonas-Aquariums) und hinten klebt dann der Filter und rechts davon der spezielle Miniheizstab mit 50 Watt bei nur 18 cm Höhe. Auch dass die Ecke rechts einen Spalt hat, ist wichtig, denn dort werden die Stromkabel verlaufen für die Pumpe und Heizung. Dies bedeutet aber auch, dass ich ein Gefälle mit kleinen Mauern einbauen muss, denn dort, wo der Filter platziert wird, so dass man ihn nicht sieht, sowie der Heizstab, benötigt man die komplette Maximaltiefe vom Wasserstand mit etwa 26cm. Da Krabben und Bodentiere gerne im Sand wühlen, musste also eine Barriere her. Aber dazu kommen wir noch.
Wie man auf dem Foto auch sehen kann, befindet sich eine Plexiglasscheibe auf dem Boden. Diese ist wichtig, da sie verhindert, dass das Gewicht des Landteils (es ist Regenwald mit Sand/Torfgemisch, feucht = schwer!) punktuell auf die Bodenplatte durch die Stützen wirkt, denn nur so wird das Gewicht über die ganze Fläche verteilt und das Bodenglas kann nicht brechen. Bitte beachten Sie diesen gut gemeinten Tipp auch bei Aquarien mit großen schweren Steinen. Einer der häufigsten Glasbrüche bei Aquarien ist eine zersplitterte Bodenscheibe. Dieser „Trick“ hilft aber auch dabei, große Aquarien (450 Liter aufwärts) problemlos aufzustellen, indem Sie eine „Yogamatte“ in der Größe des Unterschranks zurechtschneiden, darauf komplett ein Brett (Spanplatte) legen mit mind. 4cm Dicke und dann erst den Unterschrank vom großen Aquarium draufsetzen. Somit verteilt sich auch hier das Gewicht über die ganze Fläche und nicht punktuell nur auf die kleinen Plastik- oder Filzfüßchen des Unterschranks.
Hochwertige XPS Hartschaumplatten die nach dem Jahr 2016 produziert wurden sind normalerweise ungiftig (fragen Sie aber bitte in jedem Fall vor dem Kauf nach, was Ihnen da angeboten wird! Im Zweifel über Herkunft und Qualität/Ungiftigkeit, nicht kaufen!) und lassen sich wie Butter schneiden, sind jedoch extrem stabil, wasserfest und wiegen fast nichts. Dies ist das perfekte Material zum Basteln und Bauen im Paludarium.
Laut offiziellen Informationen bestehen die Juwel Rückwände aus extrem verdichtetem Polyurethan, mit einer beschichteten Epoxidharzoberfläche und lassen sich genauso leicht bearbeiten. Hierbei ist zu beachten, dass die Zusammensetzung der Juwel Rückwände nicht mit den im Baumarkt erhältlichen PU-Platten gemein hat, diese sind nämlich leider durchaus giftig für Mensch und Tier und sollten nur von Fachpersonal verarbeitet werden. Es gibt jedoch auch hier, ähnlich Aquariumsilikon, andere Zusammensetzungen die ungiftig sind, sonst würden alle Fische in Aquarien mit Juwel Rückwänden sterben (was ja nicht der Fall ist und ich aus der Praxis bestätigen kann, denn insb. bei meinem Amazonasbecken sind alle Seiten- und die Rückwand mit Juwel Rückwänden zugebaut). Dort wuchern die Pflanzen, die Fische vermehren sich beständig und leben länger, als in der freien Natur.

Filter und UVC:
Als elektrischer Innenfilter dient ein Aquael Filter Turbo 500. Hiervon verwende ich den Pumpenteil mit Scheibenhalterung und den Filterbehälter, der mit Sera Siporax Mini Professionell gefüllt ist. Als langjähriger Aquarianer und Technikgeek wusste ich bereits, dass die Aquael Teile miteinander kompatibel sind, da ich schon die ungewöhnlichsten Bauten für meine Becken insbesondere mit Strömungspumpen gebaut habe. Also kaufte ich noch einen Satz Aquael Düsenstrahlrohr groß und benutze hier die zwei 90°-Rohrverbinder, sowie die Verlängerung ohne Bohrungen und stecke diese an den Eingang vom Filterkorb, sodass ein U entsteht. Anders könnte man einen professionellen elektrischen Innenfilter bei nur 26cm Wasserhöhe mit diesem Filtervolumen nicht betreiben. Auf dem U steckt dann nicht der Originalschwamm vom Turbo 500, sondern der separat kaufbare Filterschwamm mit der doppelten Größe von Aquael für den Filter Turbo 1000 – quasi nach oben anstatt der üblichen Befestigung unterhalb des Filterkorbs. Wie bereits erwähnt ist Aquael seinem Design treu, deswegen passt der große Filter ebenso perfekt auf den Filteransauger wie der 500er, da das Innenmaß das Gleiche ist. Damit verlängern wir das Wartungsintervall bereits extrem und zusätzlich lieben Garnelen diesen riesigen Filterschwamm sehr, halten ihn sauber.

Wie man in der Grafik sehen kann, ist aufgrund des geringen Wasserstands eine andere Planung notwendig, um das Paludarium professionell zu filtern. Dies erledigt der Filter allerdings erstklassig, was ich nach über 1 Jahr Betrieb nur bestätigen kann. Nun muss man wissen, dass die Pumpe von diesem Filter die Gleiche ist, wie von der entsprechenden seitens Aquael verkauften Strömungspumpe. Dies war die nächste logische Entscheidung für diesen Filter, da er ja das Wasser in das Nebelbecken pumpen muss und dafür auch etwas Druck benötigt.
Eine UVC wird am Pumpenausgang direkt aufgesteckt, hierfür produziert Aquael die Mini UV-Beleuchtung mit gerade mal 1 Watt und eine LED hält länger, als eine Lampe, denn in einem Paludarium sind Wartungsarbeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Dieses kleine Teil wird einfach aufgesteckt, bevor es weitergeht mit den Rohren zum Nebelbecken. Warum wir die Wartungsarbeiten minimieren möchten? Beim Wechseln oder Wartung von elektrischen Bauteilen muss auch jedes mal das Kabel entfernt oder bewegt werden. Man wird so unweigerlich einiges zerstören, was durchaus wieder Monate zum Nach- oder Anwachsen benötigt. Deswegen sind langlebige Teile essentiell und Wartungen der Technik auf ein Minimum zu begrenzen. Allerdings muss trotzdem alles so aufgebaut sein, dass man es reinigen oder bei einem Notfall sofort eingreifen kann.
Für die Heizung sorgt ein 50 Watt Heizstab (wir haben komplette Thermoisolation beim Glas, 50 Watt reichen da wirklich). Dankenswerterweise gibt es mittlerweile sehr kompakte Heizstäbe, die nur 18cm hoch sind und somit bei dieser geringen Wasserhöhe noch Platz zum Boden bieten. Da die Temperatursteuerung über externe Regelsteckdosen erfolgt (siehe hierzu auch meinen anderen Artikel; Heizen und Kühlen im Aquarium), ist die Katastrophe mit der Einstellung der Temperatur am Heizungsdrehregler irrelevant – der Heizstab mit der Wassertemperatur wird extern gesteuert, man muss also nicht ständig mit der Hand für die nächsten Wochen hinwurschteln, da dies mit dem aufgesetzten Landteil eh fast unmöglich ist. Da der Heizstab neben der Pumpe liegt, wird über den Filterschwamm immer Wasser eingesogen und in Bewegung gehalten, was die Effektivität der Wärmeverteilung fördert.

Nun wurden die ersten Seitenteile links und rechts vorne angeklebt. Die Aussparung rechts ist notwendig, weil dort eine Unterwasser-LED an die Scheibe mit einem Saugnapf befestigt wird. Da ich diese LEDs schon in meinem Amazonasbecken verwende, kannte ich die Maße und wie es wirklich befestigt wird und hält. Diese braunen Strukturteile sind Rückwandstücke von Juwel Rückwänden, die aus diversen anderen meiner Aquarienbauten übrig geblieben sind, ebenso wie die Box für den Nebler und andere in kommenden Fotos sichtbaren Bauten und Blenden. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass Sie natürlich vorher genau planen sollten, was wie hoch sein muss und wohin kommen wird, bevor Sie etwas einkleben. Jeder gesetzte Winkel hat seinen Sinn und warum bestimmte Flächen vom Seitenglas frei bleiben.
Das Nebelbecken
Nachdem der Kleber von den Seitenaufbauten verhärtet war, kam eine kleine Blumenplastikschale für den Außenbereich in das Becken, aufgesetzt auf die Seitenteile links und hinten und verklebt mit der Rückscheibe und linken Seitenscheibe. Ein Verrutschen oder Absenken war definitiv nicht möglich. Außerdem wurde in die Schalenmitte unten rechts ein Loch mit einem kleinen Anschlussrohr in der Größe des Filterausgangs und links ein Loch mit einem großen Anschlussrohr gebohrt und eingesetzt. So ist sichergestellt, dass immer mehr ablaufen kann, als einläuft. Es ist wichtig zu verstehen, dass in dem Abflussrohr im Nebelbecken (Plastikschale) ein weiteres auf die passende Höhe zurecht gesägtes Rohr steckt, sodass das Wasser erst mit einem von mir durch die Höhe des Abflussrohres festgelegten Wasserstands ablaufen kann. Das ist wichtig, weil sonst die Nebler nicht komplett im Wasser stehen würden und nicht funktionierten (hierbei unbedingt auf die Spezifikation der Vernebler achten, die Höhenmasse vom notwendigen Wasserstand und die Baugrößen sind extrem unterschiedlich!). Hier zeigt sich auch, wie wichtig es ist, neugierig zu bleiben und nach Lösungen zu suchen – denn ein Nebelbecken für den Paludariumbau Ihrer Wahl können Sie nicht kaufen! Das müssen sie leider selbst bauen.

Zwischenzeitlich habe ich bereits an der Verkleidung gearbeitet. Krabben klettern gerne überall hin und der Zugang zu den Neblern musste von daher komplett verschlossen sein, auch für die Bodenpolizei (Asseln). Aber wie soll man etwas verschließen, wo doch der Nebel herauswabern soll? Ich suchte erst nach diversen Gittern und Netzen, aber das war alles kontraproduktiv, da die Maschen entweder zu groß waren oder zu klein und verstopfen bzw. den Nebel zurückhalten würden und außerdem war das alles wartungstechnisch eine Katastrophe, da keine Stabilität gegeben war. Ernsthaft: Es scheint hier absolut keine fertige Lösung zu geben und das in der heutigen Zeit. Allerdings hatte ich noch Module vom Bodenfilter. Diese sind aus sehr stabilem Plastik (müssen Gewicht aushalten) und boten sich für den Wartungsschacht mit Nebelauslass an. Natürlich musste das im Rahmen eingepasst werden, aber es sah gut aus und war wartungstechnisch perfekt. Ein ganzes Bodenfilterteil und ein halbes, ja da wurde viel gefeilt bis es wirklich fest passte und nicht ohne erheblichen Druck verrückbar war.

Durch die Höhe und Breite des herausnehmbaren Bodenfilterteils konnte nun komplett ohne Stress das Nebelbecken gewartet werden und es hatte Platz für 3 Nebler (ich habe es nur mit 2 bestückt). Links oben in der Ecke war der XPS-Deckel angewinkelt geschnitten (90 Grad), weswegen man dort ohne Probleme die Neblerkabel durchschieben kann. Verschlossen wird diese Ecke dann mit einem simplen schwarzen kleinen Schwammteil, sodass von der Bepflanzung oben das Wasser in das Neblerbecken tropft und kein Schwimmbad über dem Neblerkasten entsteht. Auch kann man im jetzigen und nächsten Bild sehen, dass ich sorgfältig alle Auf- und Anbauten mit weißem Aquariumsilikon abgedichtet habe, sodass kein Wasser hinter die Aufbauten tropft und auch keine Wurzeln hineinwachsen können, was ich zur Problemvermeidung aus dem Aqua-Tarrium gelernt hatte (Risse/Löcher). Dies wird hier nicht passieren.
An dieser Stelle möchte ich nochmals an den Warnhinweis im 1. Teil des Artikels erinnern, auf gute Belüftung bei der Aquariumsilikonverarbeitung zu achten!

Auf der rechten Seite der Verkleidung habe ich etliche kleine Löcher gebohrt, um einen Luftzug zu ermöglichen. Das ist Physik. Wir möchten ja, dass der Nebel vorne aus dem „Wartungsschacht“ durch den Bodenfilter herauswabert und nicht im Kasten steckenbleibt oder die Hälfte seiner Kraft verliert. Dazu ist ein Luftzug notwendig, der durch die erhöhten Bohrungen erfolgt. So zieht wärmere Luft von der Verkleidung rechts in den Nebelkasten (der Landteil auf der rechten Seite ist warm, auch wegen des geplanten Luftzugs) und die kalte feuchte Nebelluft wabert vorne nach unten heraus. Dies funktioniert erstklassig (wie Sie am Anfang des Artikels mit einem aktuellen Foto sehen können). Auch hier ist zu erwähnen, dass die komplette Verkleidung dicht mit Silikon an den Nähten verklebt wurde, denn der Nebel soll dort hinwabern wofür er geplant ist und auch kein Wasser herausspritzen (offene Nebler spritzen heftig). Somit war das Nebelteil fertig.
Die Xaxim Verkleidung
Da ich im Aqua-Tarrium bereits sehr gute Erfahrungen mit original Xaxim Verkleidungen mit nachhaltigen Platten gemacht hatte, habe ich natürlich gleich etliche Platten zur Innenverkleidung bestellt. Da wir Aquarianer die Natur und Tiere lieben, ist es selbstverständlich, hierbei auf den Naturschutz bei der Herstellung der Platten zu achten. Schauen Sie bitte, woher die Platten stammen und ob diese nachhaltig produziert wurden. Platten aus Neuseeland sind auch gut, der Regenwald sollte jedoch nicht mit Raubbau abgeholzt werden.
Bevor man Xaxim-Platten verarbeitet, sollte man diese im Backofen für 10 Minuten bei etwas über 100 Grad „schmoren“ lassen, denn in den Zwischenräumen sind gerne Spinneneier oder sonstige Überraschungen versteckt (Landplanarien- und Nacktschneckeneier), die man im Becken garantiert nicht haben will. Aus diesem Grunde haben auch meine Platten die Feuerprobe durchlebt. Doch bevor Sie nun Xaxim-Platten kaufen, warten Sie bitte noch etwas ab. Eine Erklärung weswegen, folgt im Verlauf des Artikels.

Es war teuer, aber die Platten hingen. Warum über der Mitte hinten ein Loch ist? Nun, irgendwo muss das Landteil aufsitzen… schauen wir also weiter…
Der Bodenfilter
Um zusätzlich den Innenfilter zu entlasten, habe ich mich dazu entschlossen zum elektrischen Innenfilter (wichtig für sauberes Wasser auch für die Nebler) einen Bodenfilter mit Lavabruch einzusetzen. Dies ist auch deswegen wichtig, um zusätzlichen Sauerstoff in das Wasser zu befördern ohne viel herumzuspritzen, da der Sprudler im Rohr des Innenfilters sitzt und durch den Auftrieb der Luftblasen das Wasser durch den Boden zieht und über einen rechten Winkelaufsatz ausströmt. Da bei einem Paludarium viele Pflanzenstoffe, sowie Humus- und torfangereichertes Wasser in das Wasser vom Landteil tropfen (wir lassen es auch regnen), ist eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr unumgänglich für die im Wasser lebenden Tiere. Auch das Funktionsprinzip hat sich bei mir nach einem Jahr Dauerbetrieb bewährt und kann ich nur empfehlen. Ich liebe übrigens Bodenfilter in Verbindung mit Innenfiltern, insb. bei Aquarien mit hohem Fischbesatz (Lebendgebärende, siehe Artikel Moosbecken). Durch den 2jährigen Betrieb des Aqua-Tarriums wusste ich, wie humushaltig das Wasser bei nur wenigen Pflanzentöpfchen mit Erde sein werden, deswegen musste diesmal gleich eine extreme Lösung ran, da die Landfläche nicht aus Epoxidharz, sondern komplett aus Torf und Torfsandgemisch bestehen würde.

Der Bodenfilter besteht aus den gleichen schwarzen Plastikteilen, wie die Wartungsbelende beim Nebelkasten und wurde komplett im vorderen Bereich, wo man jetzt den Lavabruch sieht, verlegt. Der Lavabruch wurde nach der Verlegung draufgekippt. Links sieht man den Rohranschluss des Bodenfilters, wo dann ein Sprudlerstein hineinkommt (gibt es beim Kauf des Bodenfilters immer dazu, noch nicht gekürzt) um das System dann nach Wasserfüllung in Gang zu setzen. Natürlich müssen Sie zur Säge greifen, denn die Rohre sind für normale Aquarienbeckengrößen ausgelegt und nicht für maximal 25cm. Der Lavabruch ist nass, weil man ihn zwingend mehrfach auswaschen muss, bevor er in ein Becken kommen darf, um den ganzen Staub mit lauwarmen Wasser auszuwaschen. Am Schluss sollte es kochend heißes Wasser sein, um Parasiten abzutöten (Planarieneier usw.). Ich benutze wirklich kochendes Wasser in einem großen dicken Eimer aus Erfahrung! Es mag zeitaufwendig sein, so viel Wasser zu kochen, aber Planarien und anderes Ungeziefer will man wirklich nicht in seinem Paludarium haben. Natürlich warten wir dann, bis sich der Lavabruch abgekühlt hat (unter kaltem Wasser auswaschen), bevor wir den Lavabruch in das Becken geben. Denn im Gegenteil zu Aquarien, wo nur die Tiere und Pflanzen im Wasser Beachtung benötigen, ist das Paludarium wesentlich komplexer, wegen seines Landteils und seiner Bewohner (auch Bodenpolizei-Asseln oder Springschwänze). Dies ist ein weiterer Grund, warum ich am Anfang schrieb, dass ein Paludarium nicht für Anfänger geeignet ist, da es keine Fehler verzeiht.
Auf dem Bild oben sieht man auch hinten, wo der Filter an die Scheibe gedrückt wird, eine hellgraue Mauer im Becken, die es als Zubehör im Aquaristikhandel zu kaufen gibt. Damit lassen sich erhebliche Gefälle/Höhenunterschiede planen und basteln. Diese Teile gibt es auch aus Ton (siehe Artikel Moosbecken). Ich verwende zwei Mauern um den Höhenunterschied zu meistern, die nächste sehen sie im folgenden Bild.

Nun wird aufgefüllt. Als erstes kamen die riesigen Lochsteine in das Paludarium, diese dienen als Stützen. Es wird nun klar, warum ich zusätzlich eine Plexiglasunterlage am Boden eingebaut hatte, wir brauchen uns über das punktuelle Gewicht keine Gedanken zu machen. Der ganze vordere Bereich wurde mit 2-3mm abgerundetem Quarzsand, bereits mehrfach gereinigt vom Hersteller (so etwas gibt es wirklich – da wird kein Wasser trübe!), aufgefüllt und Kieselsteine platziert. Auch wenn ein komplett gereinigter und abgerundeter Sand teuer ist, ich kann es nur empfehlen. Bei gröberem Sand (ab +4mm) kann man das gerne selbst ausspülen, aber je feiner der Sand (insb. 1mm Sand), desto unmöglicher wird es, das selbst auszuwaschen, da der feine Sand mitschwimmt.
Der linke Bereich, wo später der seichte Übergang zum Landteil stattfinden wird, wurde nicht komplett aufgefüllt, dort sind fast ausschließlich Kieselsteine übereinander platziert, damit das Wasser besser fließen kann, da ich am Anfang den Abfluss des Wassers aus dem Nebelbecken, damit es nicht so viel plätschert, über die linke hintere Ecke in das Wasser geleitet hatte. Hinten links im Filterschwammbereich und rechts in der Ecke befinden sich die bei mir obligatorischen Boxtech-Steine. Laut Boxtech bietet ein Nano-Kulturstein eine Bakterienansiedlungsfläche von 1080 m² und kann 10kg lebendes Gestein ersetzen. Sie fehlen von daher in keinem meiner Aquarien, da der Nitrit-Abbau mit diesen Steinen erheblich ist und bei Becken mit hohem Besatz der Filter entsprechend entlastet wird. Allerdings, bei der Besiedlungsfläche, dauert es schon 3-4 Monate, bis der Stein eingelaufen ist, hält aber dann bis zu 5 Jahre ohne Reinigung (eventuell Algen abbürsten). Von daher hatte ich die Steine bereits vorher in einem meiner Aquarien einlaufen lassen. Boxtech-Steine bitte immer so einsetzen, dass etwas Strömung vorbeifließt.

Der Landteil
Nun kommen wir zum Landteil. Am vorderen Bereich des Plastikgitters (ist eigentlich ein Schuhabstreifer, was man nicht alles zweckentfremdet…) habe ich eine kleine Blende verklebt, damit die kommende Bodenfilterauflage nicht herunterrutschen kann. Auch sieht man nun, warum hinten rechts im Eck eine Aussparung war, da dort die Kabel der Heizung (bereits sichtbar und liegt im Sand) und der Pumpe sowie der UVC-Lampe verlegt und sicherheitshalber mit einem Leerrohr ummantelt werden. Bei der Heizung sieht man auch unten, dass ein Schutzteil aus Plastik angebracht ist, damit nicht zu viel Hitze nach unten strahlt. Das ist wichtig, denn wir haben nur einen sehr niedrigen Wasserstand und das Glas der Bodenplatte, auch wenn noch ca. 3 cm Wasser dazwischen liegen, sollte in jedem Fall extra geschützt werden.
Im Nebelkasten habe ich bereits einen Nebler zu Testzwecken verbaut und der Zulauf hat einen Aquariumschlauch zur Verbindung mit dem Filterausgang bekommen, was durch ein Loch im Plastikgitter verlegt wurde. Die Idee mit dem Schuhabstreifer habe ich vom Froschmichl (Michael Kulig), der erstklassige Dentrobatenbecken baut. Und wer solche Becken seit Ewigkeiten selbst baut, der hat Erfahrung, insofern kann man von „alten Hasen“ immer etwas lernen. Denn: Es funktioniert perfekt. Leider hat er mittlerweile seine Seite offline genommen. Dies war eine der besten Seiten mit allen ausführlichen und notwendigen Informationen zum Bau von Dentrobatenbecken. Hier ist ein massiver Wissensschatz für uns Alle verlorengegangen. Dies könnten wir aber als Anlass sehen, einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht unsere Erfahrungen miteinander teilen sollten, damit Praxiswissen nicht verlorengeht; ein Grund, warum ich meine Artikel schreibe.

Wie ich zuvor schrieb, sieht man von der Pumpe und der Heizung nun rein gar nichts mehr, obwohl nur ein Gitter platziert wurde. Links im Eck vor dem Boxtech-Stein habe ich noch ein Lochstein platziert in das eine weitere Unterwasser-LED gesteckt wurde, um auch den Bereich hinter dem Filter zu erleuchten, damit der ganze Wasserbereich unter dem Landteil auch von Fischen genutzt werden kann. Auch ist gut sichtbar, dass eine Blende vorne am Gitter (Schuhabstreifer) verklebt wurde und warum eine Juwel Rückwand an der XPS Platte klebt (links vorne). Mit diesem 90°-Winkel und Blende haben wir einen perfekten doppelten Abschluss; das Gitter liegt auf dem XPS und die Blende auf der Juwel Rückwand.

Und somit wurde erstmalig Wasser nach dem Umbau eingefüllt und die Pumpenanlage mit Nebler getestet. Funktionierte, wie man sehen kann auf Anhieb so, wie geplant. Da freut man sich natürlich. Auch war ich froh, die doppelte Höhe im Neblerkasten gebaut und mit Silikon komplett abgedichtet zu haben, denn das Wasser spritze bis zur XPS-Decke.

Es folgte zunächst einmal der Einbau der Wassersonden für die Temperaturregler, sowie die Luftzufuhr für den Bodenfiltersprudlerstein (sieht man schön vorne links blubbern über den rechten Winkelaufsatz, wie ich zuvor schriebt). Mitte rechts unten sieht man eine der beiden Unterwasser-LEDs, die an der Aussparung an der Seitenscheibe klebt. Nicht sichtbar im linken Filterbereich ist eine zweite LED installiert, wie zuvor erwähnt. Über das Plastikgitter wurde komplett nochmal Bodenfilterbausteine verlegt, wie auch zwei auf dem Neblerkasten. Darüber wurde ein nicht verrottbares und für Wurzeln undurchdringbares Drainage-Vlies zugeschnitten verlegt (gibt es per 1m² zu kaufen bei Gärtnereien im Internet). Wasser fließt hingegen durch.
Erklärung: Durch die Bodenfilterbausteine wird auch ein kleiner Abstand vom Boden/Gitter selbst gehalten, indem die Luft zirkuliert, damit es nicht schimmelt. Das funktioniert bis heute bei mir perfekt. Durch das Drainage-Vlies konnten ebenso bis heute keine Wurzeln hindurch wachsen und das Vlies selbst dient auch noch etwas als Filtermatte. Dieser komplizierte Aufbau ist nicht nur wegen Schimmelschreck wichtig, sondern auch, damit es nicht versumpft (= Erdmatsch) und sich in den Wasserteil ergießt. Denn durch die Feuchtigkeit wird jede Torfplatte mit der Zeit komplett aufweichen und zerbröseln, auch die Wurzeln der Pflanzen und Regenwürmer (sie sind immer da, wo Erde ist – ich habe selbst welche gesehen, Einer hatte sich sogar im Neblerbecken verirrt) tragen zur Zersetzung/Zerkleinerung und Bildung von Matsch (= Versumpfung) bei.

Hier kann man wunderbar sehen, wie die Bodenplatte vom Lochgestein gestützt wird (nach dem Bau der Grabkammer kam noch eine zusätzliche Bodenstütze in der Mitte im Wasserteil hinzu). Denn das Bodengitter ist nicht festgeklebt, es liegt nur auf! Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme, wenn irgendetwas mit der Heizung oder Pumpe defekt ist oder etwas anderes im schwer zugänglichen Bereich unter dem Landteil korrigiert werden muss. Das Gewicht auf der Bodenplatte ist jedoch Aufgrund der Wasserspeicherung vom Torf erheblich, sodass die Bodenplatte sich nicht verschiebt.
Die erste Blende vorne vom Wühlbereich (Krabben wollen Löcher buddeln) wurde bereits angeklebt und befestigt. Links sieht man zwei echte Torfplatten (legal beim autorisiertem Händler gekauft, Torfabbau ist bereits in einigen Bundesländern verboten und soll bis 2030 komplett eingestellt werden). Ich bitte von daher aus Naturschutzaspekten nur so wenig Torfplatten zu erwerben, wie diese wirklich für das Paludarium an bestimmten Stellen notwendig sind. Insbesondere, wenn man mehrere Landbereiche im Paludarium hat, oder wo es auch grundsätzlich wegen einer anderen Fauna und Tierarten keines Torfs bedarf, andere Erdmischungen als Alternativen zu nutzen. Bei mir ist Torf leider obligatorisch, da ich Sumpf- und Moorplanzen (auch fleischfressende Pflanzen) im Paludarium verwende, also ein Regenwaldsumpf-Feuchthabitat baue, in dem wir im Sumpf lebende Tiere halten. Diese sind auf ihre natürliche Umgebung angewiesen.

Die Blenden vom Wühlbereich (braun vorne und schwarz links) sind an den Gläsern des Paludariums festgeklebt, jedoch nicht mit der Bodenplatte. Diese kann ich weiterhin nach vorne ziehen, wenn es zwingend sein müsste. Auch sieht man sehr gut, dass ich den Wühlbereich komplett mit dem gleichen Drainage-Vlies ummantelt, quasi ein offenes „Säckchen“ gebaut habe. Ich könnte also sofort zum Wechsel, falls notwendig, komplett den Wühlboden herausheben, ohne dass Erde in das Wasser fällt und entsorgen. Auch diese Lösung war mir wichtig, um bei allen eventuellen Problemen sofort gezielt handeln zu können. Ein solcher über 10 cm hoher Wühlbereich ist natürlich speziell für Krabben und es soll als Beispiel dienen, warum es Paludarien nicht mit einer Einrichtung von der Stange gibt, da diese für ihre spezielle Tierart eben individuell angepasst und eingerichtet werden müssen.
Mein Design ist von daher auch nicht als Basis für Dentrobaten geeignet! Baumfrösche sind keine Wasserfrösche! Und Landkrabben (die ganzen Vampirkrabbenarten) würden im riesigen Wasserteil ertrinken. Natürlich lassen sich trotzdem etliche Ideen, Umsetzungen und Tipps von mir auch für andere Paludarienarten nutzen. Die braunen nassen Flocken sind Sporen von Moosen und Farnen, die nun überall angeimpft werden (auch beim Xaxim). Hierbei wird einfach mit einem Pinsel die Sproenmischung überall aufgekleistert. Eine solche Sporenmischung kann man unter Anderem bei Bens Jungle kaufen.

Der Wühlbereich wurde mit einem selbstgebasteltem Torf/Sandgemisch fast 12cm hoch gefüllt. Dann folgten einige Wasserpflanzen und Stumpfdeckelmoos (Amblystegium serpens). Dieses Moos wächst nicht nur Unterwasser, sondern auch Überwasser und mag speziell Torf und humushaltiges Wasser. Allerdings muss ich warnen, einmal eingesetzt, ist es nicht mehr wegzubekommen (insb. im Aquarium). Die große Rebenwurzel diente nur zur Stabilität der Seitenblende und damit es nicht ganz so langweilig aussah, denn das passende dafür dort geplante Mopani-Holzstück hatte ich bei meinen Aquaristikläden in der Umgebung noch nicht gefunden. Auch war am Anfang war noch keine Regenanlage verbaut – auch zur Kontrolle – habe ich immer mit der Wasserflasche gesprüht. Wichtig: Bitte unbedingt Osmosewasser zum Beregnen/Sprühen benutzen und kein Leitungswasser (Kalk ist der Tod für Sumpfpflanzen!).
Der Horror geschieht – Schimmel!
Nach bereits 3 Wochen bildete sich im Xaxim weißer Flausch und ich sah Schimmel wachsen. Da dies im Aqua-Tarrium nicht der Fall war (und dort ebenfalls beständig eine Luftfeuchtigkeit von über 80% bestand), konnte ich zunächst nicht nachvollziehen, was die Ursache dafür sein sollte. Zum Glück ging ich das Paludarium gemächlich Stück für Stück an, um eben auf solche Probleme reagieren zu können. Da noch keine Pflanzen im Landteil verbaut waren und Torf nicht schimmeln kann, machte ich mir deswegen keine Sorgen oder verfiel in Panik. Es lebten ja auch noch keine Tiere im Becken, es war noch im Aufbaumodus und wie ich gerne sage, Sicherheitsmodus.

Also löste ich die verschimmelten Platten, die übrigens fast schon von selbst von der Glasscheibe fielen (zersetzt durch den Schimmel) und betrachtete das Desaster genauer. Dabei erkannte ich, dass der Schimmel sich um irgend eine Art Kleber gebildet hatte, mit dem die Platten offensichtlich verleimt wurden. Beim Auspacken und Einsetzen der Platten sah ich jedoch keinen Kleber (er war quasi unsichtbar, man sieht ihn auch auf den vorigen Fotos vom Paludarium nicht). Für mich bedeutet dies, dass wohl mittlerweile (es sind 2 Jahre vergangen seit dem letzten Kauf) Xaxim-Späne miteinander zusammengepresst und verklebt werden, vielleicht auch, um Schnittreste zu verwerten. Dabei stellt sich mir jedoch die Frage, ob bei der Produktion wirklich alles richtig trocken ist und man nicht Schimmelsporen mit Kleber an den Fasern verleimt. Dies ist natürlich ein absolutes no-go und von meiner Seite, das Aus für Xaxim-Platten. Ich werde diese jedenfalls nicht mehr kaufen und kann sie von daher auch nicht weiterempfehlen. Denn echte Xaxim-Platten sind teuer. Und bitte verbauen sie niemals Kokosnussfaserplatten in einem Regenwald- oder Feuchtterarium. Die verrotten und schimmeln Ihnen komplett weg.

Auf den Froschmichl-Seiten (als sie noch existierten) wurde ich auch zu diesem Problem fündig, denn interessanterweise hat die Industrie einen Ersatz für Xaxim-Platten entwickelt: Epiweb. Der Aufbau dieses Materials entspricht den Xaxim-Platten, verrottet jedoch nicht. Kann aber nicht so lange Wasser speichern und sollte deswegen immer befeuchtet werden, was man aber mittels einer Tropfanlage steuern könnte, die um das Paludarium an den oberen Rändern beim Deckel eingebaut wird, sodass immer leicht Wasser überall an den Seiten auf das Epiweb heruntertropft und dieses Material feucht hält. Die passenden Bauteile dafür gibt es ohne Probleme zu kaufen (sogar als Tropfsets), es wäre also kein Thema und mit einer kleinen USB Wasserpumpe günstig und effektiv geregelt gewesen.
Allerdings hat die Industrie noch ein weiteres geniales Produkt entwickelt: Hygrolon. Dieses ist sehr feinmaschig und daher perfekt für Moose und Farnwurzeln – allerdings sehr dünn und nicht mir der Dicke von Epiweb (Xaximplattendicke) zu vergleichen, auf das man wie gewohnt richtig groß werdende Pflanzen anbringen kann und ebenfalls nicht verrottet. Dafür hat es den Vorteil, dass Hygrolon Wasser bis 32cm von selbst hochzieht! Na wenn das mal nicht perfekt für Mooswände ist! Von daher gleich bestellt…

Schon während des Einbaus fing Hygrolon bereits an, Wasser hochzusaugen. Dies sieht man sehr gut im Bild: Wo es dunkel ist, ist es feucht. Besonders beeindruckt war ich davon, dass das Wasser auch quer verteilt wird, d.h. das Hygrolon wurde fast bis zum vorderen Fenster von selbst feucht. Allerdings muss man beim einkleben beachten, das Aquariumsilikon nur längst (von oben nach unten) zu verarbeiten und niemals waagrecht, da sonst die feine hochsaugende Struktur durch das Silikon blockiert werden kann. Ebenso sollte man es nicht an das Silikon fest andrücken, was jedoch kein Problem darstellt, da Hygrolon fast nichts wiegt und bereits bei der Verarbeitung quasi von selbst am Silikon anklebt (beim Verarbeiten also bitte aufpassen, nachträglich Verrutschen ist nicht). Bitte beachten Sie auch, dass Sie Hygrolon keinesfalls Stückeln dürfen, denn über einen Schnitt kann kein Wasser springen! Die Saugfunktion von Hygrolon funktioniert nur, wenn es in einem Stück verarbeitet wird, was bei meinen ganzen Winkeln eine richtige Herausforderung war und ich mich darüber freute, entsprechend mehr als notwendig bestellt zu haben. Hygrolon ist übrigens auch perfekt für das Aufbinden von Pflanzen auf Ästen und Deko an Land (insb. Orchideen), da es Wasser speichert und eine braune, rindenähnliche Farbe hat und somit nicht auffällt.

Noch ein paar fleischfressende Pflanzen eingesetzt und wieder alles angeimpft. Außerdem eine Regenanlage installiert. Auch hier habe ich 2x gekauft. Die günstige aus China funktionierte zwar, konnte aber maximal nur 4 Düsen mit Druck versorgen, was einfach zu wenig Fläche besprühte. Also habe ich nachträglich eine Trixie Reptile Rain gekauft, etwas Besseres in diesem Preissegment gibt es m.M. nach nicht, da man bei der Trixie auch den Druck über einen Regler selbst einstellen kann. Man sollte es einfach sein lassen, auf günstige Angebote zu schauen… Diese sprüht nun über 8 Düsen und das ganze Paludarium ist komplett verregnet, wenn die Regenanlage loslegt. Sie läuft bereits seit über 1 Jahr ohne Probleme und keine Düse verstopft. Allerdings benutze ich reines Osmosewasser und kein verkalktes Leitungswasser – was man bei Regenanlagen sowieso niemals verwenden sollte, denn der Regen in der Natur besteht aus verdunstetem Wasserdampf, welcher sich an Schwebeteilchen bindet, und dann wieder zur Erde fällt. Da ist kein Kalk drin!
Zusätzlich ist ein Rückschlagventil notwendig (nicht dabei), damit wegen der Höhe der Düsen zum Wasserkanister (Boden) das Wasser nicht zurückläuft und die Pumpe trocken zieht. Sie pumpt zwar das Wasser wieder hoch, aber da man die Beregnung zeitgesteuert im Sekundentakt programmiert, kann es vorkommen, dass die Pumpe bereits wieder ausgeschaltet wird, obwohl das Wasser noch nicht komplett hochgesaugt und in die Düsen gepresst wurde, je nachdem, wie viel Wasser sich halt noch im Rohr befand.

Das Bild zeigt einen täglichen Regenguss am Abend; es regnet morgens länger, weil tagsüber mit der höheren Lufttemperatur mehr Wasser in der Luft gespeichert werden kann und abends die Feuchtigkeit von selbst steigt, weil es eben kühler wird. Auf diesem Bild sieht man auch die montierten Lüfter an der Front-Gaze. Rechts die zwei Lüfter sind für die Wasserkühlung, links je ein Lüfter für Feuchtigkeitsregulierung und einer für Belüftung, wenn es zu warm wird. Je ein Lüfter ist mit einem weiteren im Deckel verbaut, also ein zusätzlicher kleiner für die Wärme (das funktioniert erstklassig gegen stickige stehende Luft bei Sommertemperaturen) und ein ganz großer zusammen mit einem kleinen Frontlüfter zur sofortigen Entlüftung bei zu hoher Feuchtigkeit. Ein Feuchtigkeitssensor steuert die große Entlüftung, wobei zwischen Tag- und Nachtfeuchtigkeit unterschieden wird.

Ich habe allerdings auch über mehrere Monate die Schaltzeiten der Nebler und auch die Länge der Regenzeiten, sowie die Feuchtigkeit und Temperaturen optimiert und ausbalanciert. Ich hatte ja Zeit und kein Stress. Erst mal sollten die Pflanzen insbesondere am Hygrolon anwachsen. Das System funktioniert erstklassig und ich habe bis heute keine Schimmelbildung. Das Paludarium besitzt auch Regelsteckdosen mit denen unterschiedliche Temperaturen für die Luft (die Heizung für die Luft zeige ich noch, es war eine Herausforderung das zu finden, gerade deswegen möchte ich diese Informationen auch mit Ihnen teilen) und das Wasser gesteuert werden, wie real in der Natur.
Nachts ist es kühler und feuchter (die Orchideen freuen sich besonders) und tagsüber etwas trockener, sinkt aber nie unter 75% Luftfeuchtigkeit, ist aber dafür erheblich wärmer (24°C aufwärts). Auch die Wassertemperatur sinkt nachts auf 22,5°C, steigt Nachmittags auf mindestens 24,5° und die Fische sind alle kerngesund, u.a. auch die Erdbeer-Rasboras (Boraras naevus; ich habe nicht ohne Grund Arten in dem Becken, die Schwarzwasser lieben – allerdings auch nur Nanofische, somit kein Stress unter den Kleinen). Auch die Temperaturschwankung entspricht ihrem Lebensraum. Wie ich anfangs erwähnte, ist ein Paludarium ein geschlossener sehr komplexer Lebensraum in dem man die Natur und deren Schwankungen so nah wie möglich abbilden sollte. Denn bei Fehlern kippt früher oder später irgendein System und dann gehen bestimmte Pflanzen ein usw. Dies ist bei mir nur bei einer Sumpfpflanze passiert, die Ursache hierfür hatte ich jedoch nicht herausgefunden. Dafür wuchert alles andere. Weiterführende Informationen zu externen Temperaturteuerungen erhalten Sie im Artikel „Heizen und Kühlen“.

Das obere Bild zeigt den Startvorgang nach 2 Monaten mit Tieren, ab jetzt sind Posthorn Schnecken und Garnelen im Becken. Man sieht hier auch sehr schön, wie sich bereits nach 8 Wochen die Pflanzen vermehrt haben und auch zaghaft ein wenig Moos an den Wänden wächst.

Das Bild zeigt die Fertigstellung der Bepflanzung aller Pflanzen und Wurzeln nach 7 Monaten. Was man hier noch nicht sieht, sind die eingepflanzten Rankenpflanzen, die auf aktuellen Bildern (Ende vom Artikel) zu sehen sind. Am Hygrolon sind bereits etliche Moose hochgewachsen, einige Farne sind als Mini-Jungpflanzen auf dem Hygrolon vom Impfen bereits sichtbar. Allerdings ist die Monatsangabe kein Scherz. Für ein Paludarium benötigen Sie viel Geduld und Zeit. Das Sphagnum-Moos auf der Wurzel ist noch neu und ausgetrocknet… lassen Sie ich überraschen, wie das Paludarium so etwas von selbst reguliert und zum Leben erweckt…

Wichtig: Bitte beachten Sie unbedingt, welche Pflanzen Ihre Tiere anknabbern könnten, um Vergiftungen zu vermeiden. Setzen Sie nur Pflanzen ein, die Ihre Tiere vertragen! Ja, dafür ist Hintergrundrecherche notwendig, BEVOR Sie das Becken bauen! Denn als Beispiel, Orchideen mögen es Nachts kühl und etwas trocken, weswegen sie nicht überall wachsen werden, sondern nur an bestimmten Stellen, die Sie vorher entsprechend mit einem Platz im Luftstrom eingeplant haben. Bei mir ist auch keine Efeutute im Paludarium, da ich nicht sicher sein konnte, dass meine Krabbenart sie in Ruhe lässt. Generell möchte ich aber an dieser Stelle auch darauf aufmerksam machen, dass Informationen aus verschiedenen Faunas sehr schwer, fast gar nicht, für viele Tiere und deren Verträglichkeiten mit bestimmten Pflanzenarten, erhältlich sind. Hier bietet sich für Biologen, Botaniker und Zoologen oder einfach wissenschaftlich Interessierten ein extremes riesiges Forschungsgebiet an.

Auch sehen Sie, dass die Beleuchtung mit neuen LEDs unter die Gaze in das Paludarium gewandert ist. Zwei Lampen mit 24h-Simulation und eine Novolux mit 24h Controller, da die Novolux sehr weißes Tageslicht erzeugt. Ich wollte jeden Winkel ausgeleuchtet haben, damit die Wände noch mehr zuwachsen, wie man im Bild sehr gut sieht. Da ich derzeit keine Tiere an Land halte (auch die von mir gewünschte Krabbenart benötigt keine UV Lampe), ist eine Gaze an der Decke unnötig und wurde mit Dämmmaterial verschlossen (Lüfterauslässe sind geblieben). So konnte ich die Lichtleistung um 40% steigern, bei Stromkostenhalbierung und die Lufttemperatur und Feuchtigkeit noch besser steuern, bzw. die Luftheizung läuft jetzt auch weniger oder fast gar nicht im Sommer. Die alten auf der Gaze liegenden LED Lampen verbrauchten 30 Watt pro Lampe, die neuen nur noch 14 Watt (auch bei LEDs entwickelt sich die Technik weiter). Benutzt werden die schmalen LED-Leisten von Seaoura im 24h Tagesablaufsystem und zusätzlich noch eine Novolux mit 24h Controller, weil diese ein richtig gutes Tageslichtweiß gibt. Da es sich um reine Aquarienlampen handelt, spielt Spritzwasser keine Rolle (Regenanlage) im Gegensatz zu den dicken alten LED-Leisten mit Metallgehäuse. Da wäre die in der Lampe verbaute Elektroniksteuerung (aufgedampfte Druckknöpfe) schnell hin oder der Rost würde Grüßen.

Unser Froschmichl würde wohl jetzt bestimmt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, da aber das Lucky Reptile Aqua-Tarrium keine Glasblende beim Belüftungsschacht im Becken hat, in dem man normalerweise eine Heizspirale einbaut – sondern rein gar nichts existiert – war eine andere Lösung notwendig. Außerdem musste unbedingt vermieden werden, dass Tiere – egal welche – an die Luftheizung kommen können. Wie ich zuvor schon schrieb, war die Suche nach einer Lösung sehr schwer, denn ich fand letztendlich nur eine umsetzbare Lösung mit einem Hersteller von Land-Beheizungsstäben. Es sind die Solar Raptor HeadStrips der Econlux GmbH. Diese werden in diversen Längen hergestellt und sind primär dazu gedacht, die Bildung von Kondenswasser an der Frontscheibe zu verhindern. Allerdings werden diese Stäbchen wirklich warm (ca. 40 Grad bei meiner Länge) und da das Aqua-Tarrium mit hartem Plastikrahmen verbaut ist, wäre das Ankleben der Heizstäbe an der Gaze keine gute Idee.
Also suchte ich nach kleinen Edelstahlhalterungen und befestigte diese von innen mit Edelstahlschrauben in der Frontgaze. Die Art der Platzierung ohne Kontakt zu den Seitenscheiben direkt über dem Wasserteil vermied gleichzeitig auch, dass dort irgendwer hin krabbeln kann. Zwei zurechtgeschnittene Holzklötzchen dienen als zusätzlicher Temperaturwiderstand auf/an dem die beiden Heizstäbe liegen (ich wollte unbedingt vermeiden, dass die Heizstäbe direkt auf dem Metall aufliegen und somit die Hitze an den Plastikrahmen weiterleiten). Ja, das sieht komisch aus, aber es funktioniert perfekt, selbst nach über 1 Jahr! Und von außen, da alles hinter der Lüftungsgaze liegt, sieht man davon gar nichts.
Über das Regenwasser muss man sich keine Gedanken machen. Das Foto oben ist vom jetzigen Artikelschreiben-Zustand, also nach über 1 Jahr Betrieb. Auch deswegen nimmt man nur Osmosewasser für die Regenanlage, denn wie man sehen kann – sind keine Ablagerungen oder Abnutzungserscheinung auf den Stäben. Auch die Holzklötzchen trocknen sofort von selbst, wegen der Hitze. Und wenn sich diese mal abnutzen sollten, was soll’s, neue zurecht gesägt, fertig.

Wie effektiv das Heizungssystem funktioniert, sieht man daran, wie der Nebel nach oben verdampft. So gut funktioniert das System natürlich auch ohne Nebel. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass die Wärmeleistung für mein Paludarium stimmt (wollte ja bestimmte Krabben halten) und mit den zwei Heizstäben maximal auf um die 26°C Lufttemperatur zusammen mit der Wasserwärme am Tag kommt, bei 20° Raumtemperatur. Bei 19 Grad Raumtemperatur geht es nur bis maximal 25°, nur weniger wird es sowieso nicht, will ja auch im Winter nicht frieren und mich erkälten. Dies bitte ich auch zu beachten, denn die Wassertemperatur hat natürlich in einem geschlossenen System auch Einfluss auf die Lufttemperatur (weswegen ein Paludarium so komplex zu planen ist). Bei Raumtemperaturen im Sommer sind die Ventilatoren gefordert, da würde es sonst ohne Ventilatoren auch 30 Grad heiß und komplett stickig werden (Schimmelgefahr), was für meine Fauna, die für eine bestimmten Krabbenart gestaltet ist, nicht optimal wäre.
Viele Regenwaldtiere und andere Pflanzen benötigen jedoch tagsüber durchaus bis zu 30°C, hier muss dann komplett anders gearbeitet werden, da hierfür eine Heizlampe oder sogar Heizsysteme an den Scheiben oder im Boden notwendig sind (wodurch dann aber durch den Einsatz einer UV-Lampe die Lufttemperatur bereits mit angeheizt wird). Eine solche Lampe verträgt sich wiederum schlecht mit einer Regenanlage… an diesem Punkt muss ich zugestehen, dafür wäre mein umgebautes Aqua-Tarrium ungeeignet und es wäre dann wesentlich empfehlenswerter sich in so einem Fall mit einem Terraristikbauer zusammenzusetzen, beraten und ein selbst nach eigenen Wünschen hergestelltes Paludariumbecken für seine Tierart bauen lassen.
Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass Sie sogar Schlammspringer halten könnten? Aber das geht natürlich nicht in einem 70cm Becken, da müsste man wieder so interessante mega Herausforderungen stemmen wir Ebbe/Flut… einen Meerwasserteil und Mangroventeil… wird wohl paar Meter lang und etwas höher werden… aber alles ist heutzutage machbar! Ich erwähnte ja Anfangs bereits, dass die Kosten vom „Becken“ die geringsten sein werden. Da kann man doch wirklich, wenn so ein Projekt die Erfüllung eines Wunschtraums ist – und bleiben wir ehrlich auch sein wird -, auch mal etwas mehr für das Becken selbst ausgeben und es gleich richtig bauen lassen. Ich habe ja nur ein existierendes Aqua-Tarrium mit verschlissenem Landteil in ein funktionierendes Paludarium umgebaut, da es bereits bei mir vor Ort existierte und es gerade einmal etwas über 2 Jahre im Betrieb war.

Bei der von mir vorgenommenen kompletten Automatisierung war das Chaos an Reglern irgendwie zu erwarten. Zum Glück sieht man die gesamte Techniksteuerung nicht, wegen der Blende und weil es über dem Paludarium liegt. Aber wo sonst sollte man bei einer Nische all die Technik unterbringen, um jederzeit dort hin zu gelangen, etwas umzuprogrammieren oder notfalls sofort auszutauschen, insb. da das Paludarium sehr hoch ist und bereits teilweise die Maximalkabellänge der Sonden und Stromadapter erreicht? Bitte beachten Sie das Problem auch für Ihr Paludarium. Fast alle Regelsysteme haben Kabellängen für Aquarien und nicht für über 2m Höhenunterschied (x2, weil hoch und runter). Sie werden es höchstwahrscheinlich wie ich, über dem Paludarium unterbringen müssen. Ich habe bereits etliche USB-Verlängerungskabel benötigt, insb. für die Frontventilatoren. Ich hatte eigentlich geplant, eine passende Blende mit Klappe aus Holz zu bauen und an den Wänden zu befestigen, aber im Sommer wurde mir dann klar, wenn die Lüfter laufen, dass das keine gute Idee wegen feuchter Stauwärme sein würde, die logischerweise vom Paudarium aufsteigt. Ich hätte in jedem Fall riskiert, dass sich in den Mauerecken früher oder später Schimmel bildet – selbst mit einem kleinen Entlüftungsschachtgitter – also habe ich es so gelassen, wie es auf dem Foto aussieht – dafür bleibt das Mauerwerk und die Technik trocken.
Was wird alles vollautomatisch geregelt:
- Heizung Tag/Nacht Wasser
- Heizung Tag/Nacht Luft/Landteil
- Kühlung Wasser
- Kühlung Luft/Landteil
- Feuchtigkeitsregelung bei zu hoher Feuchtigkeit, eine zu geringe Feuchtigkeit kann nicht vorkommen, da ich über Monate die Intervalle der Nebler dafür optimiert habe
- Nebler 1 Intervalle (an/aus mit mehreren Timern)
- Nebler 2 Intervalle (an/aus mit mehreren Timern)
- Regenanlage mit programmierbaren Sekundentimer
- 2x 24h Tagesablauf-LEDs (habe sie 1h zeitversetzt laufen, d.h. eine Lampe ist 1 Stunde weiter als die Andere, was zu erstklassigen Farbübergängen führt und nicht so heftig wirkt, als wenn 2 Lampen gleichzeitig parallel starten oder ausgehen würden, auch wenn es durch den Tagesablauf natürlich mit minimaler Leuchtkraft startet oder ausgeht)
- 1x Juwel Novolux mit Controller für Sonnenauf- und untergang
- Mondlicht (weiß, an/aus – wird bei entsprechender Tageslichthelligkeit an- oder abgeschaltet, ohne dass man es bemerkt)

Das Paludarium hat auch eine USV (Batterieversorgung) für den Notfall und zur Filterung des Stroms. Ich kann Ihnen dies nur empfehlen, denn die Haltbarkeit von elektronischen Teilen, egal welcher Art, wird dadurch enorm gesteigert, da Spannungsspitzen und Pulse keine Chance haben die USV zu passieren, um die Netzteile und die empfindliche Elektronik und LED-Schaltkreise zu schädigen. Außerdem fällt so nichts aus bei Stromausfall, denn das Leben unserer Tiere hängt ja davon ab, dass zumindest die Pumpen und die Sauerstoffzufuhr laufen. Heizung und Licht ist sekundär, so kann man die Batteriepufferung nur für die Filter- und Luftpumpen verwenden und der Rest am nicht batteriebetriebenen Ausgang der USV zur Stromfilterung anschließen, um die Sicherheit auch mit einer kostengünstigen USV (keine hohe Wattzahl) zu bewerkstelligen
Verbaute Materialien, Einrichtung und Geräte
- Lucky Reptile Aqua-Tarrium mit entferntem/ausgebautem Epoxidharzlandteil
- Passender dazu gehöriger Unterschrank (wurde als Set damals verkauft)
- Ungiftige hochwertige XPS Platten
- Juwel Rückwände (braun/schwarz)
- Conexo (Juwel Kleber)
- Aquariumsilikon weiß
- Wärmedämmplatten für den Boden (sind dünn und leicht, haben trotzdem gute Isolationswerte und kleben an den Seitenscheiben und Rückscheibe)
- 8 m² Hygrolon
- Kleiner rechteckiger Pflanzenbehälter für den Außenbereich (wurde Neblerbecken)
- Aquael Filter Turbo 500 (mit Filterschwamm vom 1000er Modell)
- Sera Siporax Mini Professional (für die Filterkartusche)
- Aquael Set Düsenstrahlrohr groß
- Aquael Set Düsenstrahlrohr klein
- Aquael Mini UV Sterilisator (1 Watt)
- Aquariumschlauch
- Schwarze kleine Kabelbinder aus Plastik (waren schwer zu finden, um dem Schlauch an die Rohre festzubinden – funktioniert auch nach 1 Jahr noch einwandfrei! Es ist alles IM Paludarium befestigt, da brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, ob Wasser im Notfall auslaufen kann, es bleibt im Becken)
- Dicker Kunststoff Schuhabstreifer Gitterrost (wurde passend zurechtgeschnitten für Landteilunterlage)
- 2 m² Drainagevlies (wichtig, damit keine Wurzeln durchwuchern und der Torf an Land bleibt)
- 2x Bodenfilter Aquariumsets
- 4x Torfplatten (von Bens Jungle)
- Feiner gewaschener schwarzer 1mm Quarzsand (vermischt mit Torf für Wühlbereich)
- Lavabruch für Beckenboden über dem Bodenfilter (von JBL)
- 2-3mm gewaschener schwarzer und abgerundeter Quarzsand (ich verwende immer nur Naturfarben, niemals schwarz gefärbten Sand)
- 4-6mm Sand (zum Auffüllen zwischen und über Kieselsteinen verwendet)
- Kieselsteine mittelgroß
- 3x große Lochsteine
- Mopani Wurzeln (bitte keine Rebenwurzeln verwenden, auch wenn sie noch so schön aussehen, die verrotten und verschimmeln in einem Regenbiotop)
- 2x Unterwasser-LEDs mit Saugnapf-Halterung (haben je nur 1 Watt)
- 2x Seaoura LED-Leisten mit 24h Tagesablauf (60cm, je nur 14 Watt)
- 1x Juwel Novolux mit 24h Controller (8 Watt)
- 1x Mondlicht (hatte ich von einem kleinen Aquarium mit weißen LEDs, ansonsten empfehle ich das Sera Moonlight Set, da hier echte Mondphasen durchlaufen wie in der Natur. Das Seraset benötigt aber noch ein Vorschaltgerät. Jedoch, wenn Sie Reptilien im Paludarium halten möchten, vermeiden Sie bitte Mondlicht, insb. blaues!)
- 2x Nebler
- 5x kleine Ventilatoren (4x4cm, USB)
- 1x großer Ventilator (10x10cm, USB)
- Diverse USB-Verlängerungskabel (es geht hier nur um die Stromversorgung, nicht um Daten)
- Diverse USB Adapter (Strom)
- Trixie Beregnungsanlage Reptile Rain und Netzteil (beides Einzelkauf, warum? Weil das günstiger ist und die mitgelieferten Düsen für mein Paludarium nicht brauchbar waren und ich keinen kleinen Wassertank benötige.)
- 25 Liter lebensmittelechter Wasserkanister für die Regenanlage (Osmosewasser)
- 8fach Düsenberegnungsset mit Rohren, Splittern, Rohrschneider und Ansaugfilter (letzteres war für mich kaufentscheidend, da der aus Plastik ist, nicht Metall und das Gewicht verhindert, dass das Rohr durch die starke Pumpe beim Einschalten springt; das Ansaugrohr liegt so immer brav am Boden des Kanisters)
- Wasserrückschlagventil von Lucky Reptile für SuperRain (das funktioniert zuverlässig für Wasser, denn in der Regel sind die angebotenen Rückschlagventile für Sauerstoffluftdruckpumpen – bitte aufpassen!)
- Aquael Luftdruckpumpe Oxypro 150 zum Betreiben des Bodenfilters
- Schläuche für die Luftpumpenverbindung zum Bodenfilter (bitte unterschätzen Sie die Höhe eines Paludariums nicht)
- Rückschlagventil Luftdruck (zwingend notwendig als Sicherheitsmaßname)
- Lucky Reptile Humidity Control 2 (Feuchtigkeitsregelung und schaltet meine Mondlicht-LED mit dem programmierbaren Timer an der 2. Steckdose)
- 2x Ketotek KT5000, steuert Tag/Nachttemperatur je 1x Wasser und 1x Luft. Die zusätzlichen mehrfach programmierbaren Timer an der 2. Steckdose dieser Regler steuern die Nebler
- 2x Ketotek Temperaturregelsteckdosen, einfach (= nur eine Steckdose; steuern je 1x Wasser und 1x Luft Kühlung)
- 1x Smarthome Schaltsteckdose zum Ein- und Ausschalten der Unterwasser-LEDs
- 1x Trixie Zeitschaltur für die Regenanlage (hier kann man mehrfache Timer im Sekundentakt programmieren, mit normalen Zeitschaltuhren die man überall kaufen kann, ist so etwas nicht möglich)
- Heizstab für Wasser, 50 Watt mit Schutzplastik
- 2x Solar Raptor HeadStrips zur Lufterwärmung (2x 8 Watt, d.h. die sind sehr effektiv bei geringer Wattzahl, denn jeder wird etwas über 40 Grad warm bei meiner Länge)
- Eaton USV Ellipse Eco 800
- Spezielle Mehrfachstecker mit größerem Steckdosenabstand (sind leider teuer, da keine Massenware). Aber was bringen mir die normalen Verteiler, wenn ich immer eine Steckdose zwischen den Netzteilen frei lassen muss und dadurch viel Platz verliere? Platzverschwendung haben wir über dem Paludarium nicht.
- 2x Bens Jungle Moosmix (Sporen, damit wurde Hygrolon mit einem feinen Pinsel bestrichen)
- Diverse Moose und Wasserpflanzen aus meinen Aquarien (Hornkraut, Anubias, Süßwassertang, Wasserlinsen)
- Diverse Regenwaldpflanzen, die klein bleiben. Gibt es auch in Sets zu kaufen u.A. bei Bens Jungle, aber auch kleinbleibende Orchideen z.B. von terra-erfordia. Meine fleischfressenden Pflanzen habe ich alle von Green Jaws. Erinnerung: Bitte informieren Sie sich vorher, ob Ihre Tiere mit den Pflanzen kompatibel sind; bei Zweifel bzw. fehlenden Informationen (es gibt hier wirklich ein Wissensproblem), die Pflanzen nicht kaufen.
- Neocaridina Garnelen
- Posthorn Schnecken
- Panzerwelse Aspidoras spilotus
- Erdbeer Zwergbärbling – Boraras naevus
- Goldfleck-Zwergbärbling – Boraras merah
- Brauner Ohrgitterharnischwels, Otothyropsis piribebuy/Otocinclus negros
- Derzeit geplantes Haupttier: Thailändische Wasserfall-Krabbe Phricothelphusa limula
Wichtig: Alle Produkte habe ich selbst gekauft, mir wurde weder etwas gespendet, noch verdiene ich etwas mit Werbung. Ich kann von daher vollkommen frei Artikel schreiben, die, wie bereits am Anfang erwähnt, komplett auf eigener Erfahrung basieren. Ich bin Niemanden zu etwas verpflichtet. Selbstverständlich können Sie Pflanzen/Tiere/Geräte/Material/Becken einkaufen, wo Sie möchten. Manchmal ist es aber einfacher, da ich auch viel Zeit mit Recherchen verbrachte und es mir dabei selbst wünschte, einen Ansatzpunkt zu haben, denn aufgrund des individuellen Designs eines Paludariums werden Sie ohnehin nicht darum herumkommen, diverse Dinge von unterschiedlichsten Firmen zu kaufen – denn es gibt Ihr individuelles Paludarium nicht von der Stange und kein einziges Unternehmen konnte mir Alles genau so anbieten, wie ich es brauchte.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Bau Ihres Paludariums und vielen Dank für das Lesen des Artikels. Es folgen noch einige Impressionen/Bilder vom Paludarium nach etwas über 1 Jahr Betrieb. Hier sehen Sie auch, dass die Rankpflanzen mittlerweile in Erscheinung getreten sind.










