Scalare Rosenheim

Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde e.V.

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Corydoras panda (Panda-Panzerwels) - ein Zuchtbericht von Andreas Huber

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Corydoras panda (Panda-Panzerwels) - ein Zuchtbericht von Andreas Huber

Bilder von Andreas Huber

Auf der Börse unseres Aquarienvereins habe ich damals das erste mal diesen schönen Panzerwels gesehen und sogleich dann 5 Tiere erstanden. Diese bezogen dann ein Becken mit den Maßen 80 x 40 x 35 cm mit dichter Bepflanzung und Kies als Bodengrund. (Sand ist wesentlich besser, was sich nach einem Umsetzen auf diesen Untergrund deutlich an den Barteln und dem Verhalten der Welse bemerkbar machte). Irgendwann keimte in mir der Wunsch auf die Fische doch einmal zur Zucht anzusetzen und so richtete ich ein Becken ein.

Zuchtbecken:
Als Zuchtbecken verwende ich ein 25 Liter fassendes Aquarium mit den Massen 40 x 25 x 25 cm. Eingerichtet ist es lediglich mit einer Wurzel, einer Kokosnuss als Unterstand und etwas Javamoos. Hinzu kommen noch ein Filter und etwas Filterwatte als Laichsubstrat, auf eine Heizung verzichte ich, da sich Zimmertemperatur bei mir als  völlig ausreichend herausgestellt hat. Als Wasser zur Zucht benutze ich ganz normales Leitungswasser, in meinem Fall bedeutet dies ca. 18-19 dGH und ein PH-Wert von 7,5.

Zuchttiere:
Zur Zucht hat sich der Ansatz von 2:1, d. h. 2 Männchen und 1 Weibchen bewährt. Erkennbar sind die Geschlechter daran, das Weibchen ein Stückchen größer sind als Männchen und auch insgesamt bulliger wirken. Ein weiteres Merkmal ist in der Draufsicht zu beobachten, bei Männchen verjüngt sich der Körper nach den Brustflossen geradlinig nach hinten, bei Weibchen beginnt diese Verjüngung erst später.

Konditionierung:
Den Panda-Panzerwels muss man nicht besonders mit Wasserwechseln oder dergleichen zum Ablaichen bewegen, da es sich bei diesem Wels um einen Dauerlaicher handelt, lediglich auf eine ausgewogene (verschiedene Futtersorten, aber in Maßen nicht in Massen, auch ein Fastentag pro Woche ist sinnvoll) Ernährung mit Frostfutter aller Art, Lebendfutter und regelmäßigen Wasserwechseln ist zu achten, wenn man ordentliche Ergebnisse erzielen möchte.

Ablaichen:
Dem eigentlichen Ablaichen geht ein starkes Werben und Treiben der Männchen voraus. Das Männchen verfolgt das Weibchen und betastet es immer wieder mit seinen Barteln. Gibt das Weibchen den Werbungen des Männchens nach so erfolgt die Panzerwels-typische T-Stellung. Das heißt das Männchen setzt sich wie der Querbalken eines T vor das Weibchen und hält es mit seinen Brustflossen bei den Barteln fest. Das weibliche Tier legt nun ein Ei und lässt dieses in eine Tasche gleiten, die es aus den Bauchflossen bildet. Nun sucht das Tier nach einer geeigneten Ablagestelle, wenn es diese gefunden hat wird das Laichsubstrat an dieser Stelle kurz geputzt und dann das Ei angeheftet. Nach meinen Erfahrungen legt ein Weibchen im Schnitt 20-25 Eier pro Laichgang welcher bei mir ca. alle 5 Tage stattfindet.

Zeitigung des Geleges und Aufzucht der Jungfische:
Nach Beendigung des Laichens entferne ich die Eier, da Corydoras keine Brutpflege betreiben, sondern im Gegenteil ihre eigenen Eier auffressen (allerdings gibt es auch Ausnahmen). Die Eier von Panzerwelsen sind sehr Robust, so dass man sie ohne Bedenken mit den Fingern vom Laichsubstrat entnehmen kann. Den gesammelten Laich überführe ich in ein 10 Liter fassendes Aufzuchtaquarium, welches mit dem gleichen Wasser gefüllt ist wie das Zuchtbecken. Bei 25 Grad entwickeln sich die Eier innerhalb von 5-6 Tagen zu Larven, welche sich nach dem Schlupf noch ca. 3-4 Tage von ihrem Dottersack ernähren. Von nun an müssen die kleinen Panzerwelse gefüttert werden. Und hier begannen die Probleme, ich stellte mir die Frage mit was ich die Jungen den füttern sollte also schnell ins Internet ein bisschen gegoogelt und siehe da die Lösung hieß öfters herkömmliches Staubfutter reiche aus. Trotz 3-maliger Fütterung am Tag, peinlichster Sauberkeit und täglich  20%igem Wasserwechsel hatte ich im Laufe der Zeit enorm hohe Ausfälle. Anfangs dachte ich es liegt am Wasser, bis ich mir einen Toten Jungfische unter einer Lupe genauer betrachtete dabei fiel mir auf, dass das Tier einen eingefallenen Bauch und ausgefranste Flossen aufwies (die ausgefransten Flossen entstanden wahrscheinlich durch Schwächeparasiten aufgrund von Mangelernährung). Daraus ließ sich schließen, dass etwas mit der Ernährung nicht stimmte. Nach kurzer Rücksprache mit dem Züchter auf unserer Börse erfuhr ich, dass er auch hohe Ausfälle hätte, wenn er die Tiere nicht mit Artemianauplien anfüttere. Mit dieser neuen Erkenntnis nach Hause gekommen, wurden erst mal die Artemia - Eier aus dem Kühlschrank geholt und sofort ein Ansatz gemacht und seitdem ich dies mache, habe ich eine Verlustrate von höchstens 5 % und noch eine Beobachtung konnte ich machen, die Jungfische von Corydoras panda sind im Gegensatz zu anderen Panzerwels en in Bezug auf "verdreckte" Bodenscheiben zumindest bei mir total unempfindlich, im Gegenteil die Fische stöbern genüsslich durch den Mulm. Wenn die ersten 4 bis 6 Wochen alles gut gegangen ist, wird es Zeit die Fische nun in ein größeres Aquarium zu setzen, hierzu verwende ich Becken mit 45 Litern Inhalt. In diesen Aquarien ziehe ich die Fische dann auf eine Größe von ca. 3 cm heran. Ab dieser Größe können die Tiere dann abgegeben werden.


Weblinks:

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. März 2010 um 17:56 Uhr  

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