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Vogelsafari am Gjesvaerstappen - ein Bericht von Frank Helbig
Bilder von Frank Helbig
Vormittags legte unser Postschiff im Hafen von Honningsvåg auf der Insel Magerøya an. Für die Passagiere waren vom Veranstalter zwei exklusive Ausflüge organisiert worden. Ein Ausflug hatte das Ziel Nordkap der andere das Ziel Gjesvaerstappen. Zusammen mit meiner Frau hatte ich mich bereits lange im voraus dafür entschieden, das Nordkap auszulassen, dafür aber an der Vogelsafari am Gjesvaerstappen teilzunehmen. Mit mehreren Bussen ging es quer über die Insel, vorbei an einigen Rentieren, durch typisch nordische Steinlandschaft. Die Rentiere leben zwar scheinbar frei, gehören aber den auf dem Festland lebenden Samen. Die Tiere werden jedes Frühjahr mit Lastwagen und Landungsbooten der norwegischen Marine zur Insel transportiert. Dort bekommen sie auch ihre Jungen. Im Herbst schwimmen die Tiere dann die zwei Kilometer lange Strecke zum Festland zurück.

Der Bus setzte uns direkt an der kleinen Bootsanlegestelle ab und wir stiegen auf ein recht kleines Schiff um. Natürlich wollte niemand unter Deck. Also suchte sich jeder irgend ein Plätzchen auf dem Bootsdeck und klammerte sich so gut es eben ging an irgendwelchen Stangen oder Kisten fest. Das war recht abenteuerlich und nichts für Angsthasen. Dann ging es los. Der Kapitän steuerte direkt auf die Inselgruppe Gjesvaerstappen zu. Anfangs waren wir noch etwas skeptisch, schließlich hing der Himmel voller dunkler Wolken und der Wellengang war manchmal recht kräftig. Der Kapitän machte sich einen Spaß daraus, mit dem kleinen Boot zu fahren als wäre es eine Berg- und Talbahn. So kam es, dass wir bei der Talfahrt ins Meer und bei der Bergfahrt in den Himmel schauten. Ab und zu wurde es auch recht nass an Deck. Wir mußten uns gut festhalten und die Kameras vor dem schäumenden Wasser schützen. An Fotografieren war erst einmal überhaupt nicht zu denken.

Plötzlich zeigte der Kapitän vor uns ins Wasser. Dort schwammen tausende Papageientaucher. Wir hielten mit dem Boot direkt drauf zu und die Vögel erhoben sich n den Himmel wie ein riesiger Insektenschwarm. Es waren so viele und wir wussten nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Die Vögel umkreisten unser Boot, flogen dann ein Stück weg und liesen sich wieder auf der Wasseroberfläche nieder. Offensichtlich angelockt durch die Aufregung der vielen Papageientaucher kamen sie dann: Drei große Seeadler zogen hoch oben am Himmel ihre Kreise und kamen immer näher. Mittlerweile war unser Boot nicht mehr weit von den Klippen der Gjesvaerstappen entfernt. Wir sahen, dass überall Kolonien von Kormoranen und Bastölpeln saßen. Auch Dreizehnmöven, Tordalks und Trottellummen konnten wir erkennen. Mit unserem Boot umkreisten wir die Gjesvaerastappen. Auf offener See spührten wir dann, das ein so kleines Boot nicht gerade hochseetauglich ist. Trotzdem, der Kapitän steuerte uns sicher zwischen den Klippen hindurch und anschließend wieder Richtung Mageroya. Als wir das Boot dann wieder verließen, flog ein kleiner Schwarm Austernfischer über uns hinweg. Wir waren zwar alle mit großen Erwartungen gekommen, aber dass wir so viel zu sehen bekommen würden, damit hatte keiner gerechnet.


Basstölpel
Dickschnabellumme
Dreizehenmöve
Seeadler
Tordalk
Kormoran
Papageientaucher
Papageientaucher
Zwischen Magerøya und Gjesvaerstappen






